IT-Service-Benchmarking: Warum "teuer oder günstig" die falsche Frage ist
Ein Satz, den man in CIO-, CFO- und Einkaufsrunden häufig hört. Doch in der Praxis führt diese Aussage selten zu besseren Entscheidungen.
Denn die eigentliche Frage lautet nicht: Ist unsere IT teuer?
Sondern: Ist unsere IT ihr Geld wert – im Vergleich zu Markt, Leistung und Zielbild?
Genau hier setzt IT-Service-Benchmarking an.
Und nein, Benchmarking ist kein Preisvergleich.
Ein professioneller IT-Service-Benchmark ist keine Excel-Übung und auch kein pauschaler Vergleich mit „Marktpreisen“. Wer lediglich Preise vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
- Ein belastbarer Benchmark beantwortet u. a. folgende Fragen:
- Welche Leistungen sind tatsächlich im Preis enthalten?
- Wie unterscheiden sich Service Levels, Mengen, Komplexität und Risiken?
- Welche Skaleneffekte oder Volumenhebel wirken?
- Welche Compliance und Governance Bedingungen unterliegen den Preisen?
- Welche Preise sind marktkonform, welche erklärbar – und welche nicht?
Erst durch diese Einordnung werden Zahlen entscheidungsrelevant.
In Outsourcing- und Managed-Service-Modellen zeigt sich immer wieder:
Commodity-Services unterliegen strukturellem Preisdruck – unabhängig davon, wie viele Anbieter im Wettbewerb stehen. Entscheidend sind vielmehr:
- Mengengerüste
- Laufzeit & TCV
- SLA‘s
- Attraktivität des Kunden
- Governance- und Übergangsaufwand
Gleichzeitig gilt:
Für Spezialleistungen, Nischen-Services oder rare Skills greifen klassische Benchmark-Logiken nur eingeschränkt. Hier bestimmen Know-how, Verfügbarkeit und Risikoaufschläge das Preisniveau.
Ein guter Benchmark macht diese Unterschiede sichtbar– statt sie zu verwischen.
Richtig eingesetzt, ist Benchmarking:
- ein Governance-Instrument
- ein Frühwarnsystem für Kosten- und Leistungsabweichungen
- eine sachliche Basis für Vertragsanpassungen
- ein Enabler für kontinuierliche Optimierung
Oder anders gesagt:
Benchmarking ersetzt Bauchgefühl durch Markttransparenz.
Die spannendste Frage ist daher oft nicht „Was kostet unsere IT?“
Sondern: Ist unsere IT ihr Geld wert?
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